Verfahrenspflegschaften – Verfahrensbeistand

Der Verfahrenspfleger hat in Deutschland die Aufgabe, im Verfahren vor dem Betreuungsgericht (auf Bestellung eines Betreuers oder Anordnung einer Unterbringung) die Interessen des Betroffenen zu vertreten und kann hier Anträge stellen, Rechtsmittel einlegen und an den Anhörungen teilnehmen. Der Verfahrenspfleger soll dem Betroffenen erläutern, wie das gerichtliche Verfahren abläuft, ihm Inhalte und Mitteilungen des Gerichtes erläutern. Auch soll er Wünsche des Betroffenen an das Gericht übermitteln. Weiterhin kann er darauf achten, ob alle möglichen freiwilligen Hilfen für den Betroffenen ausgeschöpft sind. Rechtsgrundlage ist das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) in Betreuungsverfahren (§ 276 FamFG) und in Unterbringungsverfahren (§ 317 FamFG). In den Fällen kindschaftsrechtlicher Verfahren (§ 167 FamFG) tritt an die Stelle des Verfahrenspflegers der Verfahrensbeistand.

Der Verfahrenspfleger– bzw. beistand unterstützt das/den Kind/Jugendlichen bei der Vertretung seiner eigenen Interessen bei Gericht. Er hilft dem Kind/Jugendlichen seine Interessen selbst oder durch den Verfahrenspfleger in das Verfahren einzubringen. Die Subjektstellung vor Gericht soll dem Kind/Jugendlichen zukommen. Der Verfahrenspfleger ist eine parteiische Vertretung des Kindes/Jugendlichen im kindschaftsrechtlichen Verfahren.