Ergotherapie und Kunsttherapie

Was ist Ergotherapie?

Ergotherapie lässt sich in zwei Worten aufteilen. “Ergon” stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Werk, Tat, Aktivität, Leistung und Zurechtkommen im Alltag. Therapie heißt schlichtweg Krankheitsbehandlung. Im Mittelpunkt der ergotherapeutischen Behandlung steht das Wiedererlangen bzw. die Verbesserung der eigenen Handlungsfähigkeit. Das Erreichen von größtmöglicher Selbständigkeit und Unabhängigkeit im täglichen Leben ist das vorrangige Ziel. Damit möchten wir die größtmögliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit von Hilfen und Hilfspersonen im häuslichen Alltag und in der Schule erreichen. Die Behandlungen beinhalten also die Entwicklung und Verbesserung der Motorik, Koordination, Wahrnehmung und Kommunikation. Weitere Ziele sind die Vermeidung von Entwicklungsverzögerungen und von Folgeschäden.

Was ist Kunsttherapie?

In der Kunsttherapie stehen die gesunden Ich-Anteile der Klienten und Patienten im Vordergrund. Der Therapeut unterstützt diese im aktiv-bildnerischen Prozess. Nicht der Mangel, nicht die Krankheit steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit, sondern die kreativen Fähigkeiten, die es dem Menschen ermöglichen, eigenverantwortlich und autonom seine Ideen darzustellen. So findet der Gestaltende einen neuen Zugang zu sich selbst und seinen Möglichkeiten. Er findet neue Verarbeitungs- und Ausdrucksformen, die ihn nicht stigmatisieren, sondern seine Problematik oder Krise in ihrem schöpferischen Potenzial sichtbar werden lassen. Gleichzeitig tritt er durch die bildnerische Arbeit aus seiner Isolierung heraus. Er kommt in Kontakt mit Betrachtern und auch mit seiner eigenen Geschichte, die ebenso Teil der Bilder ist wie die Gegenwart. Das Selbstvertrauen wächst. Unsagbares kann ausgedrückt werden und damit seine krankmachende Wirkung verlieren. Was in der bildnerischen Arbeit an Ausdauer, Einfühlung, Vertrauen, Einsicht, Gefühl für Kompetenz, Neugierde, Unternehmungsgeist etc. entwickelt wird, lässt sich in das Alltagsleben übertragen.